Mobbing-Prävention: Gemeinsam gegen Ausgrenzung

Der GEB GS setzt sich für Mobbing-Prävention an Münchner Grundschulen ein. Kostenlose Beratungsstellen, Hilfsangebote und externe Kooperationspartner im Überblick.

Warum uns das Thema wichtig ist

Jedes dritte Kind in Deutschland ist von Mobbing betroffen – sei es als Opfer, als Täter oder als Mitläufer. Mobbing ist kein harmloses "Ärgern", sondern systematische, wiederholte Ausgrenzung und Erniedrigung, die schwere psychische und körperliche Folgen haben kann.

Für uns als GEB GS ist klar: Mobbing hat an Münchner Grundschulen keinen Platz. Jedes Kind hat das Recht auf einen sicheren, respektvollen Schulalltag, in dem es sich frei entfalten kann.

Wir setzen uns dafür ein, dass:

  • Schulen wirksame Präventionskonzepte entwickeln und umsetzen
  • Lehrkräfte und pädagogisches Personal geschult werden
  • Eltern wissen, wo sie Hilfe finden
  • Kinder lernen, sich selbst zu behaupten und andere zu unterstützen
  • Bei Mobbingfällen schnell und professionell interveniert wird

Was ist Mobbing?

Mobbing liegt vor, wenn ein Kind wiederholt und über einen längeren Zeitraum ausgrenzenden, demütigenden oder verletzenden Handlungen anderer Kinder ausgesetzt ist.

Typische Merkmale von Mobbing:

  • Wiederholung: Die Angriffe erfolgen regelmäßig (nicht nur ein einzelner Streit)
  • Machtungleichgewicht: Das Opfer ist körperlich oder psychisch schwächer
  • Absicht: Die Schikane erfolgt bewusst
  • Hilflosigkeit: Das Opfer kann sich alleine nicht wehren

Mobbing kann viele Formen annehmen:

  • Körperliche Gewalt: Schlagen, Schubsen, Treten, Sachen wegnehmen
  • Verbale Gewalt: Beleidigungen, Beschimpfungen, Drohungen, üble Nachrede
  • Relationale Gewalt: Ausgrenzung, Ignorieren, Gerüchte verbreiten
  • Cyber-Mobbing: Beleidigungen, Bloßstellung oder Bedrohungen über Messenger, Social Media oder Spiele-Chats

Wichtig: Mobbing ist kein normaler Konflikt zwischen Kindern. Bei Mobbing besteht ein Machtgefälle, und das Opfer kann sich nicht aus eigener Kraft befreien.

Anzeichen erkennen: Ist mein Kind betroffen?

Viele Kinder sprechen nicht offen über Mobbing – aus Scham, Angst oder weil sie denken, dass ihnen sowieso niemand helfen kann.

Warnsignale bei Kindern, die gemobbt werden:

  • Verhaltensänderungen: Rückzug, Traurigkeit, Aggressivität
  • Schulverweigerung: Bauchschmerzen vor der Schule, Ausreden, nicht gehen zu wollen
  • Körperliche Symptome: Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit
  • Schulsachen: Beschädigte oder verschwundene Sachen, zerrissene Hefte
  • Soziale Isolation: Keine Freunde, keine Einladungen zu Geburtstagen
  • Leistungsabfall: Plötzlich schlechtere Noten, Konzentrationsprobleme

Warnsignale bei Kindern, die andere mobben:

  • Dominantes, aggressives Verhalten
  • Mangel an Empathie
  • Rechtfertigung von Gewalt ("Der ist selbst schuld!")
  • Besitz von Dingen, die nicht ihnen gehören

Falls Sie solche Anzeichen bemerken: Sprechen Sie Ihr Kind an, hören Sie zu ohne zu bewerten, und suchen Sie professionelle Unterstützung (siehe unten).

Unsere Positionen und Forderungen

Prävention muss Vorrang haben:
Jede Grundschule braucht ein umfassendes Präventionskonzept gegen Mobbing. Soziales Lernen, Empathieförderung und Konfliktlösung müssen fester Bestandteil des Schulalltags sein.

Schnelle Intervention bei Vorfällen:
Wenn Mobbing auftritt, muss die Schule sofort handeln. Wegsehen oder Bagatellisieren verschlimmert die Situation. Wir fordern klare Handlungsleitfäden und geschultes Personal an jeder Schule.

Fortbildung für Lehrkräfte:
Lehrkräfte müssen erkennen können, wann aus einem Konflikt Mobbing wird, und wissen, wie sie professionell intervenieren. Regelmäßige Fortbildungen sind unerlässlich.

Eltern einbeziehen:
Eltern müssen frühzeitig informiert und in die Mobbingprävention eingebunden werden. Elternabende zu diesem Thema sollten regelmäßig stattfinden.

Stärkung der Klassengemeinschaft:
Mobbing ist ein Gruppenphänomen. Die effektivste Prävention kommt aus der Klasse selbst. Kinder müssen lernen, Zivilcourage zu zeigen und Opfern beizustehen.

Cyber-Mobbing ernst nehmen:
Auch wenn es digital stattfindet, hat Cyber-Mobbing reale, schwerwiegende Folgen. Schulen müssen auch hier präventiv tätig werden und Medienerziehung anbieten.

KKostenlose Hilfs- und Beratungsangebote in München

Stadt München / Staatliche Stellen

Zentraler Schulpsychologischer Dienst (städtische Schulen)
Beratung, Information und Unterstützung bei (Cyber-)Mobbing für Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte.
📧 schulpsychologie.rbs@muenchen.de
📞 089 / 233-66500
🌐 www.pi-muenchen.de/aktiv-gegen-cybermobbing

Staatliche Schulberatung München
Für alle bayerischen Schulen: Beratung bei Mobbing und Cybermobbing durch Beratungslehrkräfte und Schulpsycholog*innen.
📧 info@sbmuc.de
📞 089 / 55 89 89 - 60
🌐 www.schulberatung.bayern.de

Programm "Mit Mut gegen Mobbing" (Freistaat Bayern)
Landesprogramm mit Fortbildungen, Praxisleitfäden und Multiplikatoren an allen Schulberatungsstellen.
🌐 www.km.bayern.de - Mit Mut gegen Mobbing

Präventionsprogramm "Zammgrauft" (LMU München)
Wissenschaftlich fundiertes Programm zur Mobbingprävention und -intervention für Schulklassen.
Kontakt: Prof. Dr. Mechthild Schäfer
📧 Mechthild.Schaefer@psy.lmu.de
🌐 www.psy.lmu.de - Mobbing

 

Beratungsstellen und Hilfsorganisationen

Kinderschutzbund München – Projekt "Komm!"
Gewaltprävention und Mobbingintervention für Vorschul- und Grundschulkinder. Trainings zur Stärkung von Sozial- und Gruppenkompetenzen.
📍 Hermann-Schmid-Str. 10, 80336 München
📞 089 / 500 289 29
🌐 www.kinderschutzbund-muenchen.de/komm

Brücke München e.V. – Mobbingcoach
Professionelle Beratung und Coaching für Schulen bei eskalierten Klassensituationen. Arbeit mit der gesamten Klasse als Gruppenphänomen.
📧 info@bruecke-muenchen.de
🌐 www.bruecke-muenchen.de/mobbingcoach

Evangelisches Beratungszentrum München (EBZ) – PIBS
Psychologische Informations- und Beratungsstelle für Schüler*innen. Beratung bei Mobbing, Konflikten und Ausgrenzung.
📞 089 / 12 15 96 - 0
🌐 www.ebz-muenchen.de/mobbing

JIZ – Jugendinformationszentrum München
Informationen und Hilfsangebote für Jugendliche und Eltern zum Thema Mobbing und Schulstress.
📍 Sendlinger Str. 7 (Innenhof), 80331 München
📞 089 / 550 521 50
🌐 jugendinfo-muenchen.de

Nummer gegen Kummer (bundesweit, anonym, kostenlos)
Telefonberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern.
📞 Kinder- und Jugendtelefon: 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr)
📞 Elterntelefon: 0800 / 111 0 550 (Mo–Fr 9–17 Uhr, Di+Do bis 19 Uhr)
🌐 www.nummergegenkummer.de


Was können Elternbeiräte konkret tun?

Als Elternbeirat können Sie aktiv zur Mobbingprävention an Ihrer Schule beitragen:

1. Thematisieren Sie Mobbing im Elternbeirat
Sprechen Sie mit der Schulleitung über Präventionskonzepte. Gibt es bereits ein Anti-Mobbing-Konzept? Sind Lehrkräfte geschult?

2. Organisieren Sie Elternabende
Laden Sie Expertinnen ein (z.B. Schulpsychologinnen, Beratungsstellen) und informieren Sie Eltern über Mobbing, Anzeichen und Handlungsmöglichkeiten.

3. Bringen Sie Präventionskurse ins Gespräch
Schlagen Sie der Schulleitung vor, externe Trainer für Selbstbehauptungskurse zu buchen. Klären Sie Finanzierung (Elternbeiratskasse, Förderverein, Elternbeiträge).

4. Fördern Sie die Klassengemeinschaft
Unterstützen Sie schulische Projekte zum sozialen Lernen, Klassenfahrten oder Teambuilding-Aktivitäten.

5. Seien Sie Ansprechpartner
Machen Sie deutlich, dass Eltern sich bei Mobbingverdacht vertrauensvoll an den Elternbeirat wenden können.

6. Vernetzung nutzen
Tauschen Sie sich mit anderen Elternbeiräten aus (z.B. bei GEB-Treffen), teilen Sie Best Practices und lernen Sie voneinander.

Was können Eltern tun, wenn ihr Kind betroffen ist?

Wenn Ihr Kind gemobbt wird:

  1. Nehmen Sie es ernst
    Bagatellisieren Sie nicht ("Das geht vorbei" oder "Stell dich nicht so an"). Mobbing ist für Kinder traumatisch.
  2. Hören Sie zu
    Lassen Sie Ihr Kind erzählen, ohne es zu unterbrechen. Bleiben Sie ruhig, auch wenn Sie innerlich wütend sind.
  3. Dokumentieren Sie Vorfälle
    Notieren Sie Datum, Ort, beteiligte Personen und Vorfälle. Bei Cyber-Mobbing: Screenshots machen!
  4. Kontaktieren Sie die Schule
    Sprechen Sie zunächst mit der Klassenlehrkraft. Falls keine Verbesserung eintritt, wenden Sie sich an die Schulleitung oder den Elternbeirat.
  5. Holen Sie professionelle Hilfe
    Kontaktieren Sie Schulpsycholog*innen, Beratungsstellen oder externe Fachleute (siehe oben).
  6. Stärken Sie Ihr Kind
    Ermutigen Sie es, über Gefühle zu sprechen, bieten Sie Unterstützung an und stärken Sie sein Selbstwertgefühl.
  7. Bleiben Sie dran
    Mobbingsituationen lösen sich nicht von heute auf morgen. Bleiben Sie im Kontakt mit Schule und Kind.

Wenn Ihr Kind andere mobbt:

  1. Nehmen Sie es ernst
    Mobbing ist kein "Kavaliersdelikt". Ihr Kind braucht Grenzen und Unterstützung.
  2. Gespräch suchen
    Fragen Sie nach den Gründen. Oft stecken eigene Unsicherheiten oder Probleme dahinter.
  3. Empathie fördern
    Helfen Sie Ihrem Kind zu verstehen, wie sich das Opfer fühlt.
  4. Konsequenzen setzen
    Klare Regeln und Konsequenzen bei Fehlverhalten sind wichtig.
  5. Unterstützung holen
    Auch hier können Schulpsycholog*innen oder Beratungsstellen helfen.